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Gästebuch

zypernhunde

Aber es war alles nicht immer nur locker. Es gab auch gesundheitliche Probleme. Sein Darm reagierte mit ständigem Durchfall. Chayas Probleme waren letztendlich auch Ursache dafür, dass wir auf die Idee kamen, unsere Tiere in Eigenregie zu halten. Ein junges Pferd muss nicht von 17 - 9 Uhr in einer Box stehen. Es braucht keine Silage. Die Tierärztin kam auch nicht recht voran und wollte ihm ewig Aufbauspritzen verpassen. Es wurde Heu satt verordnet, aber irgendwie klappte das nie. Eine sehr liebe Tierschützerin hat uns dann auf den richtigen Weg gebracht und uns geraten, wie wir seinen Darm sanieren können. Hat geklappt und seit er im Offenstall lebt und vernünftiges Heu bekommt, gab es keine Probleme mehr.

 

In unserer Zeit als Einsteller hat Chaya uns mit den Eseln auf viele Spaziergänge begleitet. Bereits zu dem Zeitpunkt hat sich gezeigt, dass er ein absolutes Verlasspferd ist. Feuerwehren, die mit lautstarker Sirene an uns vorbeifuhren, wurden nur verwundert angeschaut. Wehende Bänder wurden interessiert betrachtet. Obwohl er gerade ein Jahr alt war, reagiert er immer obercool.

Bei uns ist er der Jüngste in der Pferdeherde, hat aber in einer Nacht, als die Tiere durchgegangen sind, vielleicht die Herde gerettet. Ich sag immer, das Tier ist fast fehlgeprägt. Hat er die Wahl, hängt er lieber mit uns ab, statt mit seinen Kumpels. Als die Panik damals in der Sturmnacht ausbrach, war Chaya das Pferd, das sich mit der Stimme hat zurückrufen und aufhalftern lassen. Das half uns dann auch die anderen beiden Jungs davon zu überzeugen, mit uns zu kommen. Ob wir die Jungs ohne Chaya von ihrer Flucht Richtung Straße abgehalten hätten, bezweifle ich. Für Chaya war es, nach dem ersten kurzen davon stoben, die selbstverständlichste Sache der Welt zu seinem Menschen zu gehen. Michael konnte ihn ohne Probleme aufhalftern und zur Hausweide führen. Die anderen Pferde folgten dann einfach.

Was haben wir in dieser Nacht gelernt? Die Pferde bei drohender Gefahr nie einzusperren. So ein Boxenstall mag ja in unseren Augen eine sehr schöne Sache sein, aber Pferde schauen halt mit ihren eigenen Augen. Nach einem kurzen Galopp auf der Hausweide kamen sie zur Ruhe und suchten dort den Offenstall auf. Den Boxenstall vor dem Haus haben wir mittlerweile abgebaut und als geräumigen Offenstall wieder aufgebaut. Trennwände und Boxentüren stehen zwar für den Notfall noch bereit, werden im Alltag aber nicht mehr benötigt.

Ursprünglich hatten wir uns das zwar nicht so vorgestellt, aber unsere  Pferde leben jetzt 12 Monate im Jahr im Offenstall und es bekommt ihnen außergewöhnlich gut.

Gefahren wie z. B. Osterfeuer auf der Nachbarweide ….. ich erinnere mich an unser erstes Osterfest auf dem Hof. Um uns herum wurden große Osterfeuer geplant. Leider auch direkt auf den Nachbarweiden. Wir hofften darauf, dass der Wind günstig stehen würde. Anfangs sah es auch danach aus. Als das Feuer anfing zu lodern, rannten sich die Pferde erstmal ihren Schreck raus und blieben am Grundstücksende. Blöderweise drehte der Wind und zog natürlich direkt in die Richtung, wo die Jungs standen. Bevor der Qualm uns die Sicht völlig versperrte, ging Michael nach hinten zu den Jungs. Ich blieb vorne stehen, um sie zu beruhigen, falls sie dort Schutz suchten. Die Jungs waren völlig aufgebracht. Sie standen direkt hinten am Zaun und konnten dem Rauch nicht entkommen. Der Rückweg wurde ihnen von dem dicken Qualm versperrt. 

 

Was nun tun? Wieder war Chaya derjenige, der durch sein Vertrauen zu Michael die kleine Herde mitzog. Chaya folgte Michael ohne Strick durch den Rauch. Es dauerte ein paar Sekunden bis die anderen beiden Pferde folgten. Kaum lag der Qualm hinter ihnen, gab es nur noch den gestreckten Galopp nach vorne, wo ich sie in Empfang nehmen konnte. Danach blieben sie auch bei uns stehen und gemeinsam schauten wir uns die Feuer an.

 

Lebenslauf 3